Mavrodaphne

Historie:

Mavrodaphne („schwarzer Lorbeer“) stammt als autochthone Rebsorte aus der Region Patras und von der Insel Kefalonia. Dass sie sich zu einer der bekanntesten Rebsorten Griechenlands entwickelt hat, verdankt sie zwei Deutschen. Im Jahr 1861 gründete der Bayer Gustav Clauss auf einem Hügel bei Patras die (älteste griechische und bis heute bestehende) Kellerei „Achaia Clauss“. Auf einem zunächst nur kleinen Weinberg produzierte er aus der autochthonen Rebe rote, mit viel Zucker versetzte und gespritete Weine. Die nannte er „Mavrodaphne“, zu Ehren seiner sehr jung verstorbenen griechischen Geliebten mit den schönen Augen. Diese Likörweine importierte der Weinhändler Julius Karl Menzer ab 1871 nach Deutschland.   

Das Geschäft florierte, insbesondere nachdem das Weingut 1885 auch von der Prinzessin Sissi von Österreich-Ungarn besucht wurde. Zu ihren Ehren erhielt die Kellerei den Namen „Imperial Cellar“.

Mit einem Zuckergehalt von über 100g/Liter und 15 Volumenprozenten Alkohol hat dieser angeblich gute Likörwein seine Käufer gefunden. In Großbritannien muss "Mavrodaphne aus Patras" als billiger Ersatz für Portwein herhalten

 Charakter/Trends:

Griechische Winzer haben nun "Mavrodaphne" als Traube wiederentdeckt. Auf der Halbinsel Peloponnes findet man moderne Erzeuger, die den Ausbau von hochwertigen trockenen Rotweinen nach vorne bringen. Die Erträge werden konsequent reduziert, die gehaltvollen Tropfen im Holzfass ausgebaut. Die Ergebnisse sind schon jetzt respektabel und zeigen im Ansatz Ähnlichkeiten mit den Amarone-Weinen aus dem Veneto. Sie sind weich im Tannin und rund im Gesamteindruck.